Gorlebener Gebet

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Für alle, die es interessiert:

HIER kann man die sogenannte "Umweltenzyklika" des Papstes
"Laudato si" lesen und herunterladen (in deutscher Sprache)

Hier können Sie ein Interview des DomRadio Köln mit Christa Kuhl nachhören.
   

Liebe Freundinnen und Freunde des Gorlebener Gebets!
 

Bei den Andachten unter den Kreuzen treffen sich seit nun 29 Jahren an jedem Sonntag Menschen, die Nein sagen zur Lebensbedrohenden, zerstörenden Atomenergie und zu den Plänen , den hochradioaktiven Müll im Salzstock Gorleben-Rambow zu lagern.

Auch im vergangenen Winter sind sonntags zwischen 10 und 20 und mehr Menschen zusammengekommen, um das gemeinsame Anliegen in Informationen, Gesprächen und Gebeten wach zu halten.

Die Interessen und Tätigkeitsfelder dieser Menschen sind über die Atomproblematik hinaus unterschiedlich und weit gefächert:

  • Teilnahme an Mahnwachen und Demonstrationen,

  • Einsätze für eine saubere Umwelt,

  • Entscheidung für vollwertige, Umwelt- und Tierwohl-verträgliche Nahrungsmittel,

  • Begleitung von Menschen in Not, Nachbarn und Geflüchtete, Erkrankte und Einsame.

Ist es mit diesen Einsätzen möglich, die vielfachen Nöte weltweit zu mindern?Ist es nicht ein kurzsichtiger Optimismus, dass die Bemühungen Einzelner -oft auch nur begrenzt erfolgreich – die Macht der Verhältnisse brechen könnten?

 

Albert Schweitzer schreibt 1931 in seinem Buch „Aus meinem Leben und Denken“:

Auf die Frage, ob ich pessimistisch oder optimistisch sei, antworte ich, dass mein Erkennen pessimistisch und mein Wollen und Hoffen optimistisch ist. Pessimistisch bin ich darin, dass ich das nach unseren Begriffen Sinnlose des Weltgeschehens in seiner ganzen Schwere erlebe. Ich konnte nicht anders, als alles Weh, das ich um mich herum sah, dauernd mitzuerleben, nicht nur das der Menschen, sondern auch das der Kreatur. Und doch hielt ich mich an den Gedanken, dass es jedem von uns verliehen sei, etwas von diesem Elend zum Aufhören zu bringen. Auch in der Beurteilung der Lage, in der sich die Menschheit zurzeit befindet, bin ich pessimistisch. Ich vermag mir nicht einzureden, dass es weniger schlimm mit ihr steht, als es den Anschein hat. Dennoch bleibe ich optimistisch. Ich bin der Zuversicht, dass der aus der Wahrheit kommende Geist stärker ist als die Macht der Verhältnisse. Finden sich Menschen, die sich gegen den Geist der Gedankenlosigkeit auflehnen, so hebt ein Wirken an, das vermögend ist, eine neue Gesinnung in der Menschheit hervorzubringen. Weil ich auf die Kraft der Wahrheit und des Geistes vertraue, glaube ich an die Zukunft der Menschheit. Ethische Welt- und Lebensbejahung enthält optimistisches Wollen und Hoffen unverlierbar in sich. Darum fürchtet sie sich nicht davor, die trübe Wirklichkeit so zu sehen, wie sie ist.“

Die Aktualität dieser Gedanken kommt auch in Begegnungen beim Gorlebener Gebet zum Ausdruck. Die pessimistische Weltsicht ergreift uns immer wieder – die Ausrichtung auf das optimistische Wollen und Hoffen erfahren wir in der Gemeinschaft mit Menschen, die mit uns auf dem Wege sind im Geist, den Gott uns zugesagt hat: Den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

Christa Kuhl, Schreyahn